Etwa alle vier Wochen fährt Katja K. zwei- bis dreimal zur Behandlung ins Kinderwunschzentrum nach München. Sie wohnt in Frankfurt am Main, arbeitet unter der Woche aber häufig in anderen Städten und schläft dort in Fünfsternehotels.

Für ihre Ausflüge nach München gelten andere Standards. Abends nimmt sie den letzten Zug, die Nacht verbringt sie im Mehrbettzimmer eines Hostels. Am nächsten Morgen hat sie, so wie an diesem Mittwoch im Januar 2018, einen frühen Termin im Kinderwunschzentrum, zum Ultraschall und zur Blutabnahme. Um 8.30 Uhr steigt sie in den ICE und sitzt um 14 Uhr wieder im Büro.

Wenn ihr einige Tage später unter Narkose Eizellen zur Befruchtung aus den Eierstöcken entnommen werden, muss sie den ganzen Tag freinehmen. Den Kolleginnen und Kollegen erzählt sie jedes Mal, sie müsse zum Arzt. Sie weiß, dass einige besorgt sind, weil sie denken, sie habe eine schwerwiegende Krankheit.

Dabei will sie doch nur ein Kind.

Katja K. arbeitet bei einer internationalen Unternehmensberatung.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 18/2019.
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