Eigentlich ganz lustig, so ein leuchtendes Kajak mit Sitzinsel in Vulvaform. Wer jedenfalls in das freundliche Gesicht der Künstlerin Rokudenashiko guckt, während sie darin durch Tokio schippert, kommt nicht auf obszöne, erst recht nicht böse Gedanken.

Sollte man meinen, stimmt aber nicht. Die harmlose Aktion, die Daten ihres primären Geschlechtsteils in einen 3-D-Drucker zu speisen, um daraus ein Schiffchen aus Plastik zu machen – und sie außerdem online zu stellen –, hat die Japanerin vor ein Gericht gebracht.

Eine keusche Gesellschaft? Nicht unbedingt. Während des jährlichen Penisfestes, bei dem wahrhaft monströse Objekte in unverkennbarer Form durch die Straßen getragen und gefeiert werden, lutschen Erwachsene wie Kinder penisgeformtes Speiseeis. Die sexuelle Potenz des Mannes ist ganz offiziell anbetungswürdig; Pornografie ein verbreitetes und lohnendes Business.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 45/2018.
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