Nicht weit von der Grenze zu Libyen, im Garten eines Hauses an der südlichen Küste Tunesiens, beugt sich der Italiener Michelangelo Severgnini über sein Smartphone und lauscht den Worten eines Mannes aus dem Südsudan.

Er sitzt keine 200 Kilometer Luftlinie entfernt in einem libyschen Flüchtlingslager bei Tripolis und erzählt mit flüsternder Stimme von seinen Einsätzen an der Front: Wie er das Blut von gefallenen Soldaten aus den Pritschenwagen wischen muss, wie er ihre Gewehre reinigen und auf Laster stapeln muss. "Libyen ist nicht mein Land", sagt er. "Ich musste meine Heimat wegen eines anderen Krieges verlassen. Ich will nicht kämpfen, aber Milizen zwingen mich dazu."

Libyen war bereits vor dem erneuten Ausbruch des Bürgerkriegs eine Hölle für Migranten: Tausende Menschen aus afrikanischen Ländern wurden auf der Flucht nach Europa in libysche Haftanstalten gesperrt, gefoltert, als Sklaven verkauft. Nun geraten sie zwischen die Fronten in den Kämpfen zwischen der Einheitsregierung von Ministerpräsident

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 19/2019.
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