Der Name Marc Rautenberg ist in der Fußballbranche nur Eingeweihten ein Begriff. Dabei dreht der gebürtige Dortmunder mittlerweile als Spielerberater das ganz große Rad. Rautenberg hat sich an der Firma Lian Sports mit Sitz auf Malta beteiligt, die in den vergangenen Jahren zu einer der einflussreichsten Agenturen Europas heranwuchs. Ihr spektakulärster Deal in diesem Sommer: der Verkauf des Stürmers Luka Jovic von Eintracht Frankfurt zu Real Madrid. Die Ablösesumme lag bei geschätzten 60 Millionen Euro.

Rautenberg, heute 41 Jahre alt, begann seine Karriere im Fußballbusiness mit dem Handel von Fernsehrechten. Rechtehändler, das waren nach der Jahrtausendwende die Goldschürfer der Branche, die Glücksritter. Ihr Geschäftsprinzip: Sie versuchten, mit möglichst vielen Fußballverbänden weltweit möglichst langfristige TV-Vermarktungsverträge abzuschließen – um diese Rechte dann so gewinnbringend wie möglich an interessierte Fernsehsender weiterzuverkaufen.

Im Jahr 2005 fing Rautenberg bei Kentaro an. Die Firma war zwei Jahre zuvor von dem deutschen Geschäftsmann Philipp Grothe und einem Kompagnon in der Schweiz gegründet worden, von London aus führten die Inhaber die Geschäfte. Im Sommer 2015 eröffnete das Konkursamt Wil ein Insolvenzverfahren, doch bis dahin war Kentaro einer der aggressivsten Akteure auf dem Markt.

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Fünf Jahre nach Gründung hatte sich Kentaro die TV-Verwertungsrechte an den weltweiten Freundschaftsspielen der argentinischen und brasilianischen Nationalmannschaft gesichert sowie die von zwölf europäischen Verbänden. Laut einer vertraulichen Firmenpräsentation vom Oktober 2008 lag der Jahresumsatz von Kentaro damals bei knapp 100 Millionen Euro, prognostiziert war für die kommenden vier Jahre eine Steigerung auf rund 170 Millionen Euro. Die angepeilte Gewinnmarge: bei einigen Deals bis zu 30 Prozent.

Wie funktionierte dieses Geschäft? Im Datenmaterial von Football Leaks finden sich zahlreiche Vertragsentwürfe und unterschriebene Vereinbarungen zwischen TV-Vermarktern und nationalen europäischen Fußballföderationen, die für relativ niedrige Summen langfristig ihre Fernsehrechte an diese Zwischenhändler abgetreten hatten.

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