SPIEGEL: Herr Funkel, ist ein Trainer im Alter von 65 Jahren für seine Spieler manchmal auch ein Ratgeber?

Funkel: Ich denke schon. Ich unterhalte mich mit meinen Jungs oft über private Dinge, und da sage ich ihnen durchaus, wenn mir etwas auffällt.

SPIEGEL: Was fällt Ihnen auf?

Funkel: Ich bin von meinen Eltern zur Bescheidenheit erzogen worden. Deshalb kommt es vor, dass ich frage: Warum brauchst du so ein teures Auto? Brauchst du Schuhe, die über tausend Euro kosten?

SPIEGEL: Was erhalten Sie als Antwort?

Funkel: Meist sagen sie: Weil ich es mir leisten kann. Dann sage ich: Geld auszugeben geht schneller, als es zu verdienen. Lebt sparsamer.

SPIEGEL: Sie haben als Spieler und Trainer mehr als 45 Jahre im deutschen Profifußball erlebt. Nur Jupp Heynckes und Otto Rehhagel haben mehr Erfahrung als Bundesligatrainer. Wie erleben Sie die aktuelle Spielergeneration?

Funkel: Die Sportler sind selbstsicherer, professioneller als wir früher. Die bereiten sich auf jedes Training vor, sie ernähren sich richtig. Ich habe als Spieler 1975 mittags bei meiner Mutter Sauerbraten mit Rotkohl und Kartoffeln gegessen. Zwei Stunden später habe ich 90 Minuten Bundesligafußball gespielt.

SPIEGEL: Ist Ihnen nicht aufgefallen, dass so ein Braten beim Sport schwer im Magen liegt?

Funkel: Nein. Aber das Spiel damals war ja langsamer. Schnelligkeit, Athletik, das hat in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. Schauen Sie sich die Spieler an. Die haben alle ein Sixpack. Wenn die das Trikot ausziehen, guckt jede Frau hin, derart durchtrainiert sind die.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 21/2019.
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