Es gehört zu den Gesetzen einer sich verschärfenden gesellschaftlichen Freund-Feind-Polarisierung, dass der Feind überschätzt und dass ihm alles zugetraut wird. In der Konsequenz wittert jede Seite permanent die Verschwörung der anderen. Der Feind scheint stets zwei Schritte voraus, er manipuliert und zieht im Hintergrund die Fäden. Seine Überlegenheit verdankt sich nicht nur seiner Ruch- und Skrupellosigkeit, sondern auch seiner perfiden Raffinesse. Während die einen noch glauben, es komme auf die Kraft des besseren Arguments an, haben die anderen die Propagandamaschine längst zum Laufen gebracht.

Das ist der, nur auf den ersten Blick übertriebene, ideologisch-historische Hintergrund der derzeitigen Diskussion um das von der ARD in Auftrag gegebene und von der Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling entworfene Papier zum "Framing". Manche deuten es als Kapitulation eines rationalen Diskurses; eigentlich aber geht es wohl eher darum, Waffengleichheit herzustellen – was die Sache nicht

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 9/2019.
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