In seinem 2001 erschienenen Roman "Die Korrekturen" schildert der amerikanische Schriftsteller Jonathan Franzen eine ebenso komische wie traurige Geschichte aus dem Leben eines seiner gebrochenen Helden, des Literaturprofessors Chip Lambert. Der Mann hat wegen einer Affäre mit einer Studentin seine Anstellung an der Universität verloren. Nun braucht er Geld, um seine Freundin bei Laune zu halten. Chip, der mehrere Meter marxistische kulturkritische Bände in seiner Bibliothek stehen hat, verkauft seine Sammlung von Büchern der Frankfurter Schule: "Er wandte sich von ihren vorwurfsvollen Rücken ab und erinnerte sich, wie jedes einzelne von ihnen damals, in den Buchhandlungen, eine radikale Kritik der spätkapitalistischen Gesellschaft verheißen hatte."

In einem Antiquariat bekommt er dafür 65 Dollar, die er sogleich in einem luxuriösen Delikatessengeschäft für norwegischen Wildlachs, handgeangelt, ausgibt. Der Feinkostladen heißt, letzter ironischer Dreh im Jargon der angesagten Kapitalismuskritik,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 38/2019.
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