Die meisten Politiker wollen dabei sein, wenn Geschichte gemacht wird – François Mitterrand aber bleibt merkwürdig still am Abend des 9. November. Der französische Staatspräsident ist an diesem Tag in Kopenhagen, Frankreich hat gerade die EG-Ratspräsidentschaft inne. Während die Ostdeutschen die geöffneten Grenzübergänge stürmen, während deutsche Abgeordnete mit Tränen in den Augen die Nationalhymne singen und Berlin in dieser Nacht eine grandiose Party feiert, sagt der Mann, der die große Geste so liebt, erst mal nichts.

Den Vorschlag eines seiner Berater, von Dänemark so schnell wie möglich nach Berlin zu fahren, lehnt er ab. Ebenso wie er später die Einladung Helmut Kohls, mit dem deutschen Kanzler gemeinsam durch das Brandenburger Tor zu schreiten, absagen wird. Bei einer Pressekonferenz am 10. November in Kopenhagen geht Mitterrand auf die historische Nacht erst ein, als ein Journalist ihn explizit danach fragt.

"Ich denke, dies sind erfreuliche Ereignisse, weil sie für einen Fortschritt

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 54/2019.
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