Man hatte ihn lange erwartet, hatte ihn geradezu heraufbeschworen, zum Teil mit wohligem Gruseln: den Protest. Denn alles, was da bisher stattgefunden hatte, war schlicht: zu matt. Widerstand unter Emmanuel Macron verhallte, als existierte er gar nicht. Nicht der Rede wert, die Gegenwehr bei den Arbeitsmarktreformen im Herbst 2017. Zu schlapp, die Streiks gegen den Umbau der Staatsbahn im Frühjahr. Dass da noch mehr kommen würde, vehementer, massiver, davon war auszugehen.

Jetzt, so sieht es aus, ist der Protest da. "La rue", die Straße, die vielleicht am meisten gefürchtete Opposition aller jemals in Paris Regierenden, ist zurück. Hunderttausende Franzosen demonstrierten am vergangenen Wochenende überall im Land – und die Blockaden halten an. Die Wütenden tragen gelbe Warnwesten, "gilets jaunes", sie errichten Sitzblockaden oder besetzen Autobahnauffahrten. Sie stehen vor Rathäusern und skandieren: "Macron, démission!". Sie fordern seinen Rücktritt.

Diejenigen, die seit Monaten genau dieses

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 48/2018.
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