SPIEGEL: Herr Kasparek, Frontex soll Misshandlungen von Migranten an den EU-Außengrenzen durch Polizisten geduldet haben und sogar selbst Menschenrechtsverletzungen begangen haben. Überraschen Sie diese Nachrichten?

Kasparek: Nein. Wir erfahren immer wieder von illegalen Rückschiebungen, etwa an der Grenze zu Ungarn. Beamte der nationalen Behörden haben Migranten verprügelt und misshandelt. Frontex ist dort vertreten. Die Agentur muss solche Vorfälle mitbekommen haben - und hat trotzdem nichts dagegen gemacht.

SPIEGEL: Warum nicht?

Kasparek: Das Problem ist, dass Frontex von den nationalen Grenzschutzbehörden abhängig ist. Die Agentur hat kein eigenes Mandat, sondern unterstützt die Grenzschützer der EU-Staaten an den Außengrenzen. Wenn Frontex einen Einsatz plant, ist die Agentur darauf angewiesen, dass Länder Beamte dafür bereitstellen. Frontex hat deshalb wenig Interesse, mit dem Finger auf Missetäter zu zeigen.

SPIEGEL: Kontrolliert Frontex diese Beamten gar nicht?

Kasparek: Intern gibt

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 33/2019.
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