Von der Geografie zur Geopolitik ist es manchmal nur ein Gedankensprung. In seinem neuen Buch "No Society" zitiert der französische Geograf Christophe Guilluy einen Satz seines älteren Kollegen Yves Lacoste: "Die Geografie, das dient zuallererst dazu, Krieg zu führen." Sie liefert nicht nur die Grundlage für Konflikte um die territoriale Ausdehnung von Staaten und die Festlegung von Außengrenzen, sondern auch bei Problemen der inneren Raumordnung, die das politische Handeln bestimmen.

Seit sechs Wochen findet so ein Krieg nun auf Frankreichs Straßen statt, an Knotenpunkten, Autobahnzufahrten, Verteilern und auf den Boulevards und Avenuen großer Städte, am schockierendsten in Paris, wo zum Sturm auf den Élysée-Palast gerufen wurde wie einst auf die Bastille, Signal des ungeheuren Freiheitsschlags, der ganz Europa erschütterte. Aber wer führt diesen Krieg? Das Volk gegen die Regierung oder umgekehrt die Regierung gegen den Mob?

Guilluy, 54, ist der Mann, der die Karten dafür vorgezeichnet hat.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 1/2019.
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