In Klassenraum Nummer 3 legt die Lehrerin Gebilde aus Plastik auf das Pult, Vulven, eine gesunde, eine teilweise beschnittene, eine komplett beschnittene, eine fast vollständig zusammengenähte. Eine gesunde bei der Geburt, eine beschnittene bei der Geburt, mit viel Blut. Eine mit Komplikationen, mit zu viel Blut.

Die Lehrerin nimmt die letzte Vulva vom Pult und streckt sie den Kindern entgegen. "Very bad", sagt sie, ganz schlecht.

Vor ihr sitzen Jungen und Mädchen, die mit Lastwagen zu dieser Schule in den Ort Rombo gebracht worden sind, zu einem Workshop, bei dem sie lernen, was Plastikteile auf dem Pult der Lehrerin mit ihrem Leben zu tun haben.

Mindestens 200 Millionen Mädchen und Frauen weltweit, vor allem in Afrika, so schreibt es Unicef, sind durch eine Genitalbeschneidung verstümmelt. 6000 kommen, geschätzt, jeden Tag neu dazu, noch immer.

Die Kinder leben im Bezirk Kajiado, im Süden Kenias, er grenzt an Tansania, an den Kilimandscharo. Die meisten sind Massai, Nomadenkinder, sie stammen

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 2/2019.
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