Ein Palazzo unweit des Petersplatzes: Im vierten Stock residiert Kardinal Gerhard Müller, 71. Er war bis 2017 oberster Hüter der katholischen Glaubensdoktrin. Der Zwei-Meter-Mann empfängt in schlichtem schwarzem Ornat, ein schweres Goldkreuz auf der Brust. Spätestens seit seinem vergangene Woche veröffentlichten "Glaubensmanifest" ist Müller als Papstkritiker bekannt. In der katholischen Kirche streiten progressive Franziskus-Befürworter mit konservativen Kritikern. Letztere bemängeln vor allem den Umgang mit sexuellem Missbrauch in der Kirche – und mit der Homosexualität unter Priestern.


SPIEGEL: Eminenz, Sie kritisieren die "Verflachung des Christentums". Warum sagen Sie nicht, an wen die Kritik gerichtet ist – also zum Beispiel an den Papst?

Müller: Ich kann und will keine Namen nennen, auch wenn das vielen gefallen würde. Was ich zu sagen habe, sage ich unter vier Augen. Aber klar ist: Maßgeblich für die Kirche sollte die Verkündigung des Evangeliums sein und ein Leben in der Nachfolge

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 8/2019.
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