Einen Moment zögert Gerhard Schröder, weil er durch das ständige Bitten seiner Frau, einen Satz auf Koreanisch zu sagen, nicht in die Rolle des Kleinkinds gedrängt werden will. Sag mal Mama, sag mal Papa, sag mal dies, sag mal das. So kommt ihm das vor.

Dann macht er es doch.

"Yogiyo", sagt Gerhard Schröder.

"Das heißt: Herr Ober, hierher, bitte", übersetzt seine Frau.

Es ist ein Montagmittag, halb zwei, Gerhard Schröder und seine koreanische Frau Soyeon Schröder-Kim sitzen nebeneinander im Chois, einem einfachen koreanischen Lokal mit traditioneller Küche in Hannovers Fußgängerzone.

Sie haben eben eine Partie Golf auf der Meisterschaftsanlage Rethmar gespielt, außerhalb von Hannover, neun Loch bei heftigem Wind, nun wollen sie, wie seit einiger Zeit üblich, ihre koreanische Fischsuppe essen.

Schröder nimmt einen Schluck aus dem Glas Weizenbier, das er beim Reingehen bestellt hat; dann will er die Sache mit dem koreanischen Satz genauer erklären. "Wissen Sie, wie ich mir den Satz merken kann?"

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 15/2019.
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