SPIEGEL: Herr Steidl, Lagerfeld war der Künstler, der mehr Bücher besaß als sein Verleger: rund 300 000. Was waren die Bücher für ihn? Schöne Objekte? Besonders auratische Einrichtungsgegenstände?

Steidl: Ich bin lange misstrauisch gewesen, ob er in die Bücher jemals reinguckt. Das muss ich ehrlich sagen. Dann habe ich irgendwann mal ein x-beliebiges Buch aus dem Regal genommen und einen Small-Talk angefangen. Er konnte mir den ganzen Inhalt wiedergeben.

SPIEGEL: Das Klischee will es, dass die Modewelt oberflächlich ist. Lagerfeld nicht?

Steidl: Lagerfeld hat die Bücher tatsächlich gelesen. Und nicht nur das: Er hat sie abgespeichert. Seinen Kopf hat er immer seine "Referenzbibliothek" genannt.

SPIEGEL: Das klingt, als ob Lagerfeld Ihr belesenster Autor gewesen sei.

Steidl: Ja, das kann man wirklich sagen. Was visuelle Bücher angeht sowieso, aber auch im Bereich der Literatur. Wo immer Lagerfeld war, in welcher Stadt auch immer, hatte er eine Lieblingsbuchhandlung. In New York war das Rizzoli,

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