SPIEGEL: Herr Koletzko, wann entwickeln Kinder ihren Geschmack?

Koletzko: Schon in der frühen Kindheit bilden sich unsere Präferenzen aus. In den ersten Lebensmonaten sind Kinder für neue Geschmackserfahrungen besonders offen. Deshalb ist es wichtig, Kinder früh alles probieren zu lassen. Nach dem ersten Geburtstag brauchen sie keine spezielle Nahrung mehr. Sie können dann fast alles essen – und das sollten sie auch.

SPIEGEL: Die meisten Eltern wünschen sich, dass ihr Kind gesund und genussvoll isst. Wie gelingt das?

Koletzko: Zuerst einmal ist es wichtig, Kinder als eigenständige Individuen zu respektieren und auch so zu behandeln. Man sollte kein Kind zwingen, etwas zu essen – viel mehr sollte man es dazu ermutigen. Man muss Kindern Gestaltungsspielraum geben, um Essen aktiv zu erleben. Das bedeutet: das Kind mit zum Einkaufen zu nehmen, es in Auswahl und Zubereitung, aber auch in Decken und Abräumen des Tisches einzubeziehen.

SPIEGEL: Das führt aber oft zu Schmiererei und kaputtem Geschirr

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Wissen-Ausgabe 3/2019.
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