Widerborstig ist Hartwig Hohnsbein schon immer gewesen, den Kirchenoberen ging er oft genug auf die Nerven. Bereits als junger Pfarrer erhielt er 1975 einen Verweis vom Landesbischof, weil er in Hannover im Talar gegen Fahrpreiserhöhungen protestiert hatte. Später half er, die NS-Zwangsarbeit in kirchlichen Einrichtungen aufzuarbeiten, zu einer Zeit, als die evangelische Kirche davon nichts wissen wollte. Immer wieder thematisierte er die NS-Verstrickungen evangelischer Würdenträger.

Inzwischen ist Hohnsbein 82 Jahre alt und im Ruhestand. Vor sich auf dem Wohnzimmertisch hat er Papiere ausgebreitet, Artikel, Paragrafen, Korrespondenzen. Hier sitzt der Pastor, er kann nicht anders. Wieder einmal ist er auf Konfliktkurs mit seiner Kirche gegangen: Hohnsbein fordert, die Todesstrafe aus Artikel 16 der Confessio Augustana (CA) zu tilgen, der wichtigsten Bekenntnisschrift der lutherischen Kirchen aus dem Jahr 1530.

Er hat deshalb schon mit einem Schreiben bei der Landeskirche Hannovers protestiert.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 19/2019.
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