Wolfgang Köhler hat als Literat zeitlebens nie den großen Durchbruch geschafft, aber eine große literarische Figur, die hat er erfunden: sich selbst. Wolli Köhler, den schreibenden, malenden, marxistisch theoretisierenden Puffboss. Es ist die Figur einer anderen Zeit.

Wolfgang "Wolli" Köhler wächst im Städtchen Waldheim auf, bekannt für seinen Knast, damals der größte Sachsens, er fliegt von der Schule, beginnt eine Ausbildung zum Autoschlosser in der Werkstatt seines Vaters, bricht sie ab, und weil ihm irgendwann ganz Waldheim wie ein Knast vorkommt, büxt er 1950 aus. Zunächst nach Chemnitz. Er trägt Zeitungen aus, kellnert, schuftet unter Tage im Wismutbergbau der Sowjets, er zieht weiter nach Berlin, versorgt britische Besatzungssoldaten mit der Blitzkriegdroge Pervitin, heuert kurz bei der neuen Volkspolizei der DDR an, flüchtet dann in den Westen, jobbt im Kohlebergbau, als Hundeführer, als Tankwart, schließt sich 1960 einem Wanderzirkus an.

Was für ein Leben.

Kurz durchatmen.

Wenn Wolli

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 8/2019.
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