Monika Meyer, 58, Architektin und Leiterin des Instituts Wohnen und Umwelt in Darmstadt, über die Folgen des steigenden Wohnraumkonsums

SPIEGEL: In Deutschland bewohnt jeder Einwohner im Schnitt 46,7 Quadratmeter, Tendenz steigend. Was bedeutet das für die Umweltbilanz?

Meyer: Je mehr Fläche zu beheizen ist, desto mehr steigt der Energiebedarf und damit die Treibhausgasemissionen. Das gilt gleichermaßen für Altbauwohnungen wie Niedrigenergiehäuser. Allerdings ist der Energiebedarf im Altbau pro Quadratmeter höher. Fast 90 Prozent der Gebäude in unseren Städten sind Altbauten. Eine Faustregel sagt, dass wir seit Kriegsende pro Kopf in jedem Jahrzehnt fünf Quadratmeter mehr bewohnen. Der Effekt der energetischen Sanierung wird so deutlich abgeschwächt. Ein Nullwachstum wäre hilfreich.

SPIEGEL: Lässt sich der Effekt beziffern?

Meyer: Zwischen 1995 und 2015 nahm der Energieverbrauch der Haushalte pro Quadratmeter Wohnfläche um etwa 30 Prozent ab. Gleichzeitig sank der Energieverbrauch aber insgesamt

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 32/2019.
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