Was macht man, wenn man immer auffällt? Aminata Touré ist groß, ihre Stimme kräftig. Im Juni 2017 zog sie in den Kieler Landtag ein, als erste schwarze Abgeordnete – eine von sieben in ganz Deutschland.

Grünen-Chef Robert Habeck fiel sie bei einem Parteitag in Neumünster auf. Am selben Tag hatte die NPD einen Aufmarsch in der Stadt angemeldet. Die junge Grüne erhob sich und beantragte, die Sitzung zu unterbrechen. Den Rechten auf der Straße die Stirn zu bieten sei wichtiger. "Wie cool ist die denn?", habe er gedacht.

Auf der Straße umringten Habeck, damals noch Landesminister, sofort Sicherheitskräfte. Ihm war das unangenehm. Als Linker neben Polizisten in voller Kampfmontur zur Anti-Nazi-Demo? Touré hingegen hatte keine Berührungsängste: Sie fühlte sich sicherer neben der Polizei.

Touré wurde vor 26 Jahren in einem Flüchtlingsheim in Neumünster geboren; erst mit zwölf Jahren bekam sie einen deutschen Pass. Mali, die Heimat ihrer Eltern, hat sie erst danach einmal besucht. Man hielt sie dort

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 12/2019.
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