Als sie das erste Mal so richtig zuschlägt, so lange, dass er später nicht mehr sagen kann, wann sie endlich aufhörte, da kann Jörg Krämer längst nicht mehr. Es ist ein Abend Mitte November 2011, wie so oft streitet er mit seiner Frau Judie, worüber, daran erinnert Krämer sich nicht mehr. Er weiß nur noch, dass er irgendwann genug hat.

"Wenn ich so ein Dreckskerl bin, dann lass es doch raus", schreit er Judie entgegen. Und sie schlägt zu. Traktiert mit ihren Fäusten sein Gesicht, tritt mit den Füßen auf ihn ein, immer wieder. Bewirft ihn mit dem Spielzeug der Kinder. 

Er flieht in das Zimmer seines Sohnes, die Kinder sind an diesem Abend nicht zu Hause. Dort sinkt er vor dem Kinderbett zusammen. Als sie den Stuhl greift, um damit auf ihn einzuprügeln, zieht er die Knie an die Brust und legt die Arme schützend um seinen Kopf. Dann schließt er die Augen. "Ich wollte nur noch, dass es aufhört", sagt Krämer.

Wenn Krämer heute von der Gewalt erzählt, die seine Frau jahrelang gegen ihn verübte,

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