Zwei Tage nachdem Stephan Balliet in Halle zwei Menschen erschossen und vergebens versucht hatte, eine Synagoge zu stürmen, sitzt er in Karlsruhe vor dem Haftrichter und redet. Vier Stunden lang.

In der Vernehmung präsentiert der Attentäter ein Weltbild, zusammengesetzt aus rechtsextremen und antisemitischen Verschwörungstheorien. Entdeckt hat er sie offenbar in rechten Foren wie 8chan, das einst warb, "die dunkelste Ecke des Internets" zu sein.

Die Bekenntnisse des Doppelmörders sind eine Herausforderung für die Sicherheitsbehörden. Sie zeigen, wohin die Ermittler in Zukunft ihr Augenmerk richten müssen: in anonyme Foren und abgeschottete Gruppen, in denen sich eine Weltsicht festigt, die am Ende zu tödlichen Taten führen kann.

Er sei ein "unzufriedener weißer Mann", sagte Balliet, 27, dem Haftrichter. Sein Strafverteidiger Hans-Dieter Weber beschreibt ihn als "sozial isoliert".

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 44/2019.
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