Jeder wusste es, doch niemand traute sich, öffentlich darüber zu sprechen. Mit einer Ausnahme. Gareth Jones war ein junger walisischer Journalist, erst 27 Jahre alt, als er im Frühjahr 1933 nach Moskau reiste. Weil er als Privatsekretär für den ehemaligen britischen Premierminister David Lloyd George gearbeitet hatte, erhielt er ohne Schwierigkeiten ein Visum. Jones, der in Cambridge Russisch, dazu Deutsch und Französisch studiert hatte, genoss die besondere Aufmerksamkeit des sowjetischen Botschafters in London, der hoffte, über ihn dessen früheren Chef beeinflussen zu können. In der sowjetischen Hauptstadt traf er sich mit Vertretern des kommunistischen Regimes und anderen ausländischen Journalisten und bekam schließlich die seltene Genehmigung, eine Traktorenfabrik in Charkiw, der damaligen Hauptstadt der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik, zu besichtigen.

Am 10. März nahm er in Moskau den Zug, doch statt bis Charkiw zu fahren, stieg er unbemerkt etwa 60 Kilometer vor dem Ziel

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!