"Sei formlos, gestaltlos", hatte Lee gesagt, der 1973 verstorbene Kampfkünstler, Schauspieler und Philosoph. Und so zogen Hunderttausende scheinbar gestaltlos, wie ein über die Ufer tretender Strom, durch die Straßen der Stadt, um ihren Widerstand gegen die immer enger werdende Umarmung Pekings zu bekunden. Manche von ihnen setzten mit kleineren Provokationen Nadelstiche. Die Polizei schlug grob zurück. Aber die Demonstranten hatten Erfolg: Mitte Juni suspendierte die Stadtregierung ein Gesetz, das es erlaubt hätte, Menschen aus Hongkong an die chinesische Justiz auszuliefern.

Am 1. Juli, dem Jahrestag der Rückgabe der britischen Kronkolonie an China, änderte eine Gruppe von ein paar Hundert Demonstranten ihre Taktik. Sie bauten einen Metallwagen zum Rammbock um und schmetterten ihn gegen eine Glaswand des Parlamentsgebäudes. Dann besetzten und verwüsteten sie den Sitzungssaal. Das war kein Nadelstich eines Kampfsportlers, sondern der Faustschlag eines Boxers.

In Hongkong zeichnet sich seither

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 28/2019.
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