Es kommt nicht oft vor, dass die Kanzlerin den Koalitionspartner direkt angreift. Selbst in internen Runden gibt sich Angela Merkel normalerweise konziliant. Streit schade nur dem Ansehen der Regierung und damit ihrem eigenen, lautete jahrelang ihr Glaubenssatz.

Im CDU-Präsidium wich Merkel am Montag von ihrer Linie ab. Der Koalitionsvertrag sei von der SPD mitunterzeichnet worden, sagte sie. Dort stehe ausdrücklich, dass die Asylverfahren künftig in sogenannten Anker-Zentren stattfinden sollten. Genau das wolle Innenminister Horst Seehofer jetzt umsetzen. Man müsse die Sozialdemokraten daran erinnern, was sie vereinbart hätten.

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer wurde nach der Sitzung vor der Presse noch deutlicher. Sie warf der SPD eine Doppelstrategie vor. Die Sozialdemokraten hätten zwar Dinge verabredet, wollten sich aber der notwendigen Umsetzung verweigern, sagte sie. Sie hoffe sehr, dass sich die SPD-Führung ihrer Verantwortung bewusst sei.

Die Appelle von Merkel und

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 23/2018.
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