Alexander Koenig, 44, ehemaliger Unternehmensberater, ist Gründer von First Class & More, einer Online-Plattform zum Thema Luxreisen. Er lebt in Düsseldorf.

SPIEGEL: Herr Koenig, wie schaffe ich es am besten, in einem Hotel ein Upgrade auf ein besseres Zimmer zu bekommen oder die Möglichkeit, später auszuchecken?

Koenig: Wichtig ist: Die Hotellerie unterscheidet sich komplett von den Fluglinien. Es wird ja immer behauptet, dass man mit Charme und guter Kleidung am Schalter der Fluglinie bevorzugt für ein Upgrade ausgewählt werden kann. Das ist ein Märchen. Fluglinien haben klare Regeln, es geht nach Status und Buchungsklasse. Im Hotel sieht das anders aus, dort kann man mit Charme durchaus etwas erreichen.

SPIEGEL: Wie groß sind die Chancen, dass so etwas klappt?

Koenig: Das hängt immer von der Buchungslage ab. Aber wenn man beispielsweise eine nette Geschichte erzählt, warum man ausgerechnet dieses Hotel so toll findet, etwa dass Freunde das empfohlen haben und die auch von einem bestimmten Zimmer schwärmten, kann das wirken. Oder aber man macht es dem Hotel ein bisschen einfacher. Schlecht ist es, früh anzureisen und dann zu erwarten, dass man schon einchecken kann und dann noch einen späteren Check-out am nächsten Tag bekommt. Wenn man hingegen spät anreist und sagt, man sei am nächsten Morgen relativ früh wieder weg, erhöhen sich die Chancen auf ein Upgrade. Man kann taktisch vorher über die Website prüfen, welche Zimmerkategorien zu dem Zeitpunkt noch verfügbar sind. Das könnte man dann eventuell an der Rezeption ins Spiel bringen.

SPIEGEL: Druck machen ist vermutlich eine schlechte Idee.

Koenig: Wichtig ist: Sympathisch rüberkommen. Was man in der Hotellerie nicht mag, sind Gäste, die erzählen, wie wichtig sie sind und dass sie immer nur in den Top-Suiten nächtigen. Da fragt sich dann das Hotelpersonal, warum bucht er diese Kategorie nicht einfach?

SPIEGEL: Sollte ich zu bestimmten Uhrzeiten buchen, meine digitale Herkunft verschleiern oder früher buchen, um Geld zu sparen?

Koenig: Diese Geschichten kursieren immer wieder. Mir wurde oft erzählt, dass man bei Buchungen aus anderen Ländern bei Expedia oder Hotels.com teilweise ganz andere Preise bekomme. Wir haben das oft ausprobiert und fanden in der Regel keine riesigen Unterschiede. Wer viel Zeit hat, kann es natürlich ausprobieren. Und was den Zeitpunkt der Buchung angeht: Bei Airlines ist das ein sehr wichtiger Punkt, bei Hotels nicht ganz so sehr. 

SPIEGEL: Es ist also egal, wann ich ein Hotelzimmer buche?

Koenig: Natürlich, wenn man in der absoluten Hochsaison oder zu Messewochen das letzte Zimmer buchen will, bekommt man das teilweise zu utopischen Preisen angeboten. Zu normalen Zeiten ist man bei Hotels aber nicht so sehr unter Zugzwang. Man hat mehr Flexibilität als bei Flügen und kann durchaus auch mal ein paar Tage warten, wobei es absolut egal ist, ob ich am Wochenende buche oder unter der Woche. Das hat bei den Hotelplattformen keine Auswirkung auf den Preis. Oft erhält man sogar Last Minute mitunter die besten Preise.

SPIEGEL: Werde ich im Hotel anders behandelt, je nachdem, ob ich mein Zimmer über Booking.com, TUI oder direkt auf der Website des Hauses gebucht habe?

Koenig: Am liebsten sind Hotels die Gäste, die direkt beim Hotel oder der Hotelkette gebucht haben. Diese Gäste sind für die Hotels am lukrativsten, weil eine Buchungsgebühr an die Buchungsplattform entfällt. Das heißt aber nicht, dass man schlecht behandelt wird, wenn man über eine Plattform bucht – man genießt einfach keine Priorität. Es wird unter Umständen schwerer, über einen späten Check-out zu verhandeln oder ein besseres Zimmer zu bekommen. Und die Privilegien einer Mitgliedschaft im Bonusprogramm bekomme ich ohnehin nur dann, wenn ich direkt buche.

SPIEGEL: Wie bucht man jetzt Hotels am besten?

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