SPIEGEL: Frau Muranaka, Sie erleben massive Anfeindungen und wurden sogar verklagt, weil Sie sich für einen Schutz vor Krebs stark gemacht haben. Wie konnte es soweit kommen? 

Muranaka: Die ganze Sache begann Anfang 2013, seitdem können junge Mädchen in Japan kostenlos gegen Humane Papillom-Viren (HPV) geimpft werden, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Ein selbst ernannter »Opferverband« warnte daraufhin eindringlich vor der Spritze und löste damit bei uns im Land Panik aus. Die wurde noch größer, als beängstigende Handy-Videos im Internet auftauchten, in denen Mädchen zu sehen waren, die kaum noch gehen konnten und deren Finger und Füße seltsam zitterten – angeblich eine Folge der Impfung.

SPIEGEL: Die Menschen glaubten das alles?

Muranaka: Ja! Viele glaubten sogar der Behauptung, die Pharmaindustrie habe den Impfstoff nur erfunden, um Menschen krank zu machen und dann anschließend viel Geld an der Behandlung zu verdienen. So sank die Impfquote von 70 auf unter ein Prozent.

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