Seine letzten Wochen in der Einzelzelle verbrachte der Präsident im Bett. Aufstehen konnte er nicht mehr. Neuneinhalb Jahre lang saß Dr. Ignace Murwanashyaka, gewählter Exil-Anführer der Demokratischen Kräfte zur Befreiung Ruandas (FDLR), da schon in Untersuchungshaft – länger als jeder andere Angeklagte zuvor in der Bundesrepublik. Und ein Ende war nicht absehbar.

Am vergangenen Dienstag starb der promovierte Volkswirt mit 55 Jahren in der Obhut des deutschen Staates, wenige Wochen bevor dieser ihn erneut vor Gericht stellen wollte. Denn das erste Urteil gegen ihn hatte nur teilweise Bestand.

Eine Obduktion soll nun Klarheit über die Todesursache bringen. Murwanashyakas Verteidigerin Ricarda Lang hat Strafanzeige gegen unbekannt erstattet. Ihr Mandant habe seit Wochen über seinen Gesundheitszustand geklagt, ohne dass etwas geschehen sei.

Erst fünf Tage vor seinem Tod verlegte man den Ruander, der vor 30 Jahren als Student nach Deutschland kam und später politisches Asyl erhielt, aus der Justizvollzugsanstalt

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 17/2019.
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