Igor Levit tritt ins Rampenlicht, setzt sich ans Klavier und knallt den Deckel zu. Sein Publikum in der Londoner Wigmore Hall zuckt, jemand raunt "Jesus", doch es klingt mehr wie eine Frage: Sollte man als Pianist nicht spielen statt zu knallen?

Fragen danach, was man sollte und was nicht, mag Levit nicht, schon das Wort "man" sei nicht seins, sagt er. Die "New York Times" nannte den 31-Jährigen, der in Berlin lebt, "einen der wichtigsten Künstler seiner Generation", "den Pianisten des Widerstands". Levit wird nicht nur am Klavier laut, sondern auch mit seiner Stimme. Für sein Klavierspiel und sein politisches Engagement erhielt er Anfang des Jahres den renommierten Gilmore Artist Award, der alle vier Jahre an einen Pianisten vergeben wird. Dass Levit Haltung zeigt, führt nicht bloß zu Applaus. Ein Journalist schrieb, Levit solle sich den Vogelfänger Papageno aus Mozarts "Zauberflöte" zum Vorbild nehmen, dem ein Schloss vor den Mund gehängt wird, doch auch das klang mehr wie eine Frage:

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 42/2018.
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