Eines Tages würden sie kommen, ihn zu holen. Das muss ihm klar gewesen sein. Außer ihm waren ja schon alle anderen tot, die den "Islamischen Staat" groß und ihn zu dessen Kalifen gemacht hatten. Verbrannt und zerfetzt von den Raketen der US-Drohnen, erschossen von syrischen Rebellen. Nur er war noch übrig nach mehr als fünf Jahren unaufhörlicher Jagd: Abu Bakr al-Baghdadi, Anführer des "Islamischen Staats".

Aber irgendwann würden sie auch ihn finden. Zeugen sagen, dass er immer nervöser wurde, wenn er das Geräusch der Hubschrauber hörte. Vielleicht ahnte er, dass es sich irgendwann nicht mehr verlieren würde. Sondern dass es näherkommen würde, immer näher.

Dass ihm die Amerikaner in diesem Herbst auf der Spur sind, kann Baghdadi kaum wissen. Seit Monaten haben Spionagesatelliten und Drohnen Aufnahmen in der Provinz Idlib, im Nordwesten Syriens, gemacht, wo sich der IS-Chef zuletzt versteckt hält. Bis sie immer enger zirkeln über einem Gehöft am Westrand des Dorfes Barischa.

Die Nacht zum Sonntag,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 45/2019.
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