Es ist kein Zufall, dass Benjamin Netanyahu gerade jetzt etwas zu tun verspricht, wofür er zehn Jahre lang Zeit gehabt hätte. Im Fall seiner Wiederwahl, sagte Israels Ministerpräsident, wolle er das Jordantal annektieren – jene fruchtbare Region an der Grenze zu Jordanien, die etwa ein Drittel eines künftigen palästinensischen Staates ausmachen würde.

Nächste Woche findet in Israel die zweite Parlamentswahl in diesem Jahr statt. Netanyahu hofft, mit seinem Vorstoß weitere Wähler an sich zu binden. Zugleich wird klar, wie weit nach rechts sich Israels Gravitationszentrum verschoben hat. Noch vor ein paar Jahren hätte eine solche Forderung als extrem gegolten. Doch selbst Netanyahus Herausforderer, Ex-Generalstabschef Benny Gantz, sagte umgehend: Dies sei sein eigener Plan, den der Premier nur übernommen habe. Kritik äußerten allein Randparteien.

Mit seinen Provokationen verschiebt Netanyahu die Parameter im Nahost-Konflikt. Er hat dabei mit Donald Trump im Weißen Haus den idealen Verbündeten.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 38/2019.
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