Als Yitzhak Rabin erschossen wurde, spürte Ella Regev Erleichterung. Es war der 4. November 1995. Rabin, damals israelischer Ministerpräsident, hatte angekündigt, Frieden mit den Palästinensern zu schließen. Im Gegenzug wollte er von Israel besetzte Gebiete zurückgeben.

Regev erinnert sich, wie sie an jenem Abend vor dem Fernseher saß und eine Kundgebung mit Rabin in Tel Aviv verfolgte. Die Sendung wurde unterbrochen, auf dem Bildschirm sagte ein Reporter einen Satz, der den Nahen Osten verändern sollte: Rabin wurde umgebracht. Ein jüdischer Extremist hatte den Ministerpräsidenten mit zwei Schüssen getötet.

"Ich weiß, dass es grausam klingt", sagt Regev heute, "aber ich habe damals aufgeatmet."

Regev ist eine herzliche Frau: 54 Jahre, ein lautes Lachen. Sie lebt mit ihrem Ehemann Boris in der Nähe von Aschdod, einem Küstenort südlich von Tel Aviv. Regev arbeitet als Kindergärtnerin, Boris als Fliesenleger. Sie gehören keiner Partei an, und doch haben ihre politischen Ansichten Israel verändert.

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 35/2019.
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!