Zwei Tage bevor Omar Shakir das Land verlassen muss, nimmt er in seinem Büro in Ramallah ein Bild von der Wand. Er wiegt es einen Moment in den Händen. Er sagt, er habe nicht viele persönliche Dinge, aber dieses Bild gehöre dazu. Es ist nicht groß, auf schwarzem Untergrund steht ein goldener arabischer Schriftzug. Es ist das Geschenk eines jemenitischen Gefangenen aus Guantanamo, den Omar Shakir einst juristisch betreute. Sein Klient saß jahrelang in dem US-Gefangenenlager auf Kuba fest. Ohne Anklage, ohne Verfahren. Omar Shakir trägt den kleinen Rahmen durch den Raum in die Ecke, in der seine schwarze Ledertasche steht, leichtes Gepäck, mit dem er das Westjordanland verlassen wird. Der goldene Schriftzug ist sein Name.

Es sind die letzten Minuten, die der Jurist hier im Westjordanland-Büro von Human Rights Watch verbringen wird, einer weltweit agierenden Menschenrechtsorganisation, als deren Direktor für Israel und Palästina er seit zweieinhalb Jahren arbeitet.

Es ist ein berührender Moment,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 49/2019.
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