Natürlich kann man sich fragen, ob Italien eine kommunistische Tageszeitung wie den "Manifesto" noch braucht. Seit bald 50 Jahren gibt es das Blatt. Die Auflage schrumpft und schrumpft, und man tritt den Kollegen nicht zu nahe, wenn man sagt, dass der "Manifesto" seine besten Zeiten hinter sich hat; jene, in denen Dario Fo und Umberto Eco dort ihre Texte veröffentlicht haben. Aber das soll jetzt das Ende sein?

Die Redaktion hat etliche Krisen und ein Attentat überlebt. Im Jahr 2000 zündete ein Neofaschist vor den Redaktionsräumen eine Bombe, am 22. Dezember, verpackt wie ein Weihnachtsgeschenk. Sie explodierte vor den Füßen des Attentäters. Der "Manifesto" habe sieben Leben, sagt der verantwortliche Direktor Matteo Bartocci, "aber sechs davon haben wir schon verbraucht".

Bartocci klingt fatalistisch, und das hat seinen Grund. Der nächste, ja, der vielleicht letzte Angriff auf sein Blatt kommt nämlich von Staats wegen. Die Regierung streicht dem "Manifesto" drei Millionen Euro Presseförderung,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 20/2019.
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