Ein Vater führt in das karge Wohnzimmer. Er bittet, Platz zu nehmen auf dem Lehmboden, reicht Tee und süßes Sesambrot. Zieht ein Handy aus dem Wickelrock, klickt auf selbst gedrehte Filme. Zu den Klängen traditioneller Trommeln tanzen drei Jungen in bodenlangen, ockerfarbenen Gewändern. "Sie tanzten so gern", sagt der Vater. Er lächelt, sei es aus Scham oder angesichts der Erinnerungen, er lächelt, obwohl ihm die Trauer in das abgemagerte Gesicht geschrieben steht.

Er zieht die Gewänder aus einer Plastiktüte und atmet den Geruch seiner Söhne, in den Krägen stehen mit Kugelschreiber die Namen: Ali, 9, der Ehrgeizige mit den Segelohren und dem starken Willen. Ahmed, 11, der Klassenbeste, in sein Hausaufgabenheft schrieb er: "Ich liebe mein Land" und malte die Flagge des vereinten Jemen daneben. Jusef, 14, der Erstgeborene, des Vaters ganzer Stolz.

Drei Söhne von Hussein Tayeb, 38, sind tot. Am 9. August, gegen neun Uhr morgens, wurden sie in Dahjan, einem Dorf im Nordjemen, Provinz Saada, von

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 38/2018.
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