Jens Stoltenberg schenkt in seinem Büro Kaffee ein, er erzählt von seinem 60. Geburtstag vor ein paar Tagen, er hat Arnheim besucht, den Schauplatz einer Schlacht des Zweiten Weltkriegs. Seit er 2014 nach Brüssel gegangen ist, besichtigt der Norweger regelmäßig Schlachtfelder, um sich den Schrecken des Krieges vor Augen zu führen. Eindringlicher, so findet er, kann man den Sinn der Allianz nicht erleben. Kommende Woche wird Stoltenberg, der soeben für zwei weitere Jahre in seinem Amt bestätigt wurde, als erster Nato-Generalsekretär vor dem US-Kongress sprechen. Anlass ist die Gründung des Bündnisses vor 70 Jahren.

SPIEGEL: Herr Stoltenberg, von einem Ihrer Vorgänger, dem ersten Nato-Generalsekretär Lord Ismay, stammt der Spruch, die Nato sei dafür da, "die Amerikaner drinnen, die Russen draußen und die Deutschen unten" zu halten. Haben Sie sich ebenfalls schon ein treffendes Bonmot zurechtgelegt, mit dem Sie kommenden Mittwoch in Washington den aktuellen Zustand der Allianz beschreiben werden?

Stoltenberg: Meine Hauptbotschaft lautet: Die Nato ist gut für Europa und Nordamerika. Deswegen müssen wir zusammenstehen. Und: Die Nato ist das stärkste Bündnis der Geschichte, weil wir uns verändern, wenn die Welt sich verändert.

SPIEGEL: Wir sehen den Zustand der Allianz nicht ganz so optimistisch. US-Präsident Donald Trump weckt Zweifel an seiner Bündnissolidarität, Russland stationiert neue Mittelstreckenwaffen, und mit China erwächst jenseits des transatlantischen Bündnisses eine neue Militärmacht. Ist die Welt heute gefährlicher als bei Gründung der Nato?

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 14/2019.
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