Der berühmte englische Philosoph und Sozialreformer Jeremy Bentham, ein Denker des Nützlichen, ersparte der Nachwelt die Kosten für ein Denkmal und verfügte in seinem Letzten Willen, nach dem Tod präpariert zu werden. Als Selbst-Bild erhalten, mit mumifiziertem Kopf, das Skelett in seinen Kleidern, das Ganze mit Holzwolle und Stroh ausgestopft. Und so geschah es auch, im Jahr 1832.

Der ausgestopfte Mr. Bentham sitzt seither in einem Kasten im University College of London, in weißen Strümpfen, Rüschenhemd und Gehrock, einen Strohhut auf dem Schädel. Die Bentham Association holt den Denker zu besonderen Anlässen heraus und stellt ihn in ihre Mitte. Das Sitzungsprotokoll, so wird es bei Führungen berichtet, vermerke dann: "Jeremy Bentham, present but not voting".

Anwesend, aber ohne Stimme.

"Es ist sehr bedauerlich, dass Herr Bentham selbst nicht in unserer Runde sein kann", erklärte Lord Reed, der zweithöchste Richter Ihrer Majestät, als er kürzlich das Treffen der Bentham-Gesellschaft in London

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 24/2019.
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