SPIEGEL: Herr Gauck, vermissen Sie es, Bundespräsident zu sein?

Gauck: Nein. Es war mir schon länger klar, dass ich nur eine Amtszeit machen würde. Als die Verhältnisse etwas unsicherer und stabilisierende Elemente gesucht wurden, habe ich zwar noch mal überlegt. Aber die Zustände waren nicht so besorgniserregend, dass ich mein Vorhaben gekippt hätte.

SPIEGEL: Sie sprechen von den Folgen der Migrationskrise 2015/16, vom Aufstieg der AfD.

Gauck: Es gab zwar viel Zuspruch für eine zweite Kandidatur. Aber ich wollte meine Gesundheit oder meine psychische Leistungsfähigkeit nicht hochrechnen. Ich merke doch jetzt mit Ende siebzig, dass die Kräfte nachlassen.

SPIEGEL: Sie sind jetzt seit zwei Jahren nicht mehr im Amt, die Zeiten haben sich nicht beruhigt.

Gauck: Mein Nachfolger Frank-Walter Steinmeier musste zu Beginn seiner Amtszeit beim Zustandekommen einer Regierung helfen. Er kann mit den Sozialdemokraten doch ganz anders reden als ich. Ich bin parteilos, er kennt die Leute, ihre Haltungen, er

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 25/2019.
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