Genau 100 Tage lang, von Ausnahmen wie Weihnachten, Neujahr und sonstigen Ruhetagen abgesehen, fuhr, von Manhattan kommend, jeden Morgen gegen 5.45 Uhr ein Gefangenenkonvoi über die Brooklyn Bridge. Die Brücke war eigens dafür jeweils für 15 Minuten gesperrt worden, und dann jagten, bunt in der Dunkelheit blinkend, ungefähr zehn gepanzerte Transporter Richtung Brooklyn. In einem dieser Fahrzeuge saß, dem Vernehmen nach in einer Art eierförmigem Betonsarg, der mexikanische Staatsbürger Joaquín Archivaldo Guzmán Loera, genannt El Chapo. Er war im Gefängnis Metropolitan Correctional Center eingestiegen und stieg in einem Bundesgericht in Brooklyn, wo ihm der Prozess gemacht wurde, wieder aus.

El Chapo war und ist Amerikas wertvollster Gefangener. Zweimal schon ist er aus Hochsicherheitsgefängnissen entkommen, aber das war in Mexiko passiert. Weil Guzmán allerdings ein komplettes mexikanisches Drogenkartell mitsamt einer Privatarmee hinter sich hat, galt auch mitten im morgendlichen Berufsverkehr

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 8/2019.
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