Im Büro klingelt das Telefon, Jörg Sartor hebt ab: "Essener Tafel, Sartor?" Kurze Pause, dann sagt er: "Nein, das geht nicht". Und dann nochmals etwas lauter: "Nein! Jau. Tschüs." Sartor knallt den Hörer aufs Telefon.

Am anderen Ende war eine Kundin der Tafel, es ist ein Freitagmorgen, und laut des Verteilungsplans hätte die Frau heute zur Lebensmittelausgabe kommen können. Doch sie hat keine Zeit und wollte mal fragen, ob sie stattdessen morgen kommen könnte. Offenbar kann sie das nicht. "Ts, ts", sagt Sartor und schüttelt den Kopf, "die Leute wissen, dass wir Regeln haben, aber sie versuchen trotzdem immer wieder, was zu drehen."

Nein heißt nein bei Herrn Sartor. Immer. Ohne Ausnahme. Das wissen die meisten Leute, die sich jede Woche für die Lebensmittel in die Schlange stellen. Und inzwischen weiß das auch der Rest der Republik, denn Sartor hat die Tafel in Essen zur bekanntesten Tafel Deutschlands gemacht.

Jörg Sartor, 62, ist ein Mann mit rundem Gesicht und rundem Bauch, er hat 30 Jahre

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 55/2018.
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