Die Aufgabe war einfach und zugleich ein wenig albern: Jeder der zwölf französischen Spitzenkandidaten für die Europawahl sollte zur ersten TV-Debatte einen Gegenstand mitbringen, der für ihn Europa symbolisiert. Der konservative Kandidat der Republikaner brachte eine Ausgabe der "Odyssee" mit, der Linke Raphaël Glucksmann ein Stück der Berliner Mauer.

Jordan Bardella, Spitzenkandidat des rechtspopulistischen "Rassemblement National" von Marine Le Pen, hielt ein rotes Küchensieb in die Kamera. Er schaute sehr ernst dabei, es war ein etwas absurder Kontrast: ein junger Mann im Anzug, der mit seinem knabenhaften Gesicht und dem zurückgegelten Haar wirkte wie ein Banklehrling, dazu dieses Küchenutensil.

Bardella ist erst 23, aber wie politische Propaganda funktioniert, hat er längst verstanden. "Ich habe nicht lange überlegt, das Sieb war perfekt", sagt Bardella zwei Tage später. "Die EU lässt viel durch wie dieses Küchensieb: Waffen, Migranten, Terroristen. Produkte, die unsere Gesundheit gefährden.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 16/2019.
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