Wenn alles läuft wie geplant, wird Jost Kobusch die letzte Etappe zum höchsten Berg der Erde abends gegen 22 Uhr beginnen. Sein winziges Zelt steht dann auf 8000 Meter Höhe am Einstieg zum Hornbein-Couloir, einer Steilschlucht an der Nordseite des Mount Everest.

Der junge Deutsche wird sich, eingemummelt in seinen Schlafsack, noch ein Süppchen kochen. Er wird seine Füße mit einer Salbe aus Chilipulver einreiben, um die Durchblutung anzuregen. Schließlich wird er in seine kiloschweren Bergstiefel schlüpfen und hinaustreten in die eisige, dunkle Nacht, um im Licht seiner Kopflampe die letzten 848 Höhenmeter zum Gipfel zu überwinden.

"Es wird brutalst kalt sein", sagt Kobusch, "und ich werde sehnlichst auf den Moment warten, an dem mich die ersten Sonnenstrahlen treffen und ich hoffentlich diesen pulsierenden Schmerz in meinen Zehen und Fingern spüre, der mir sagt: 'Hey, sie sind noch dran!'"

Kobusch, 26, ist Extrembergsteiger, einer, für den Berge mächtige Gegner im Kampf gegen sich selbst sind

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 24/2019.
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!