Eine Apotheke am Sendlinger Tor, mitten in München. Levi Ufferfilge hat Migräne, er ist auf dem Weg zur Arbeit und will sich schnell noch Tabletten kaufen. Im Eingang stehen zwei Münchnerinnen und unterhalten sich. "Tschuldigung, ich schlängle mich grade mal vorbei", murmelt er. Da sagt eine der beiden Frauen empört zur anderen: "Jetzt muss ich sogar noch für einen Juden Platz machen!"

Ufferfilge sagt, er erinnere die Szene aus dem vorigen Sommer noch sehr genau, er habe sie damals auf Twitter geteilt. Es war der Moment, als ihm klargemacht wurde, es sei eine Zumutung, für einen Juden einen Schritt beiseitezutreten.

Die fein gekleidete Münchnerin mit der Hochsteckfrisur habe ziemlich laut gesprochen, sagt Ufferfilge. Als sei sie sicher gewesen, dass ihr antisemitischer Spruch allgemein akzeptabel sei.

Levi Israel Ufferfilge, 31, ist Co-Leiter des Jüdischen Gymnasiums in der bayerischen Landeshauptstadt und mit dem, was ihm als Juden häufig widerfährt, steht er nicht allein.

Denn Juden auszugrenzen,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 42/2019.
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