Dieser Text gehört zur Reihe "Bestseller von SPIEGEL+", er ist zuerst erschienen im SPIEGEL GESCHICHTE 3/2017.

Der Schriftsteller Erich Kästner fuhr in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 mit einem Taxi den Kurfürstendamm im noblen Berliner Westen entlang. "Glaskaskaden stürzten berstend aufs Pflaster", beschrieb er die Szene. "Es klang, als bestünde die ganze Stadt aus nichts wie krachendem Glas. Es war eine Fahrt wie quer durch den Traum eines Wahnsinnigen."

SA- und SS-Männer zogen den Boulevard entlang und schlugen in aller Ruhe mit Eisenstangen die Schaufensterscheiben von Geschäften ein, die jüdischen Deutschen gehörten. Polizisten versuchten nicht, sie zu stoppen.

Im gesamten Großdeutschen Reich zerstörten Nationalsozialisten rund 1400 Synagogen, 170 Wohnhäuser und bis zu 7500 Geschäfte. Das Pogrom begründeten die Nazis als Vergeltung für einen Mord: Der 17-jährige polnische Jude Herschel Grynszpan hatte in Paris den deutschen Diplomaten Ernst vom Rath erschossen. Initiator der

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der Ausgabe 2/2019.
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