Diese Frau macht Angst, und sie weiß es. Anfang Februar sprach Julija Tymoschenko in Kiew vor europäischen Wirtschaftsvertretern. Sie trug ein graues Kostüm und die Haare zu einem Dutt gebunden, wie sie es neuerdings meistens tut. Eine Stunde lang erklärte sie, warum sie Präsidentin der Ukraine werden will. Sie sprach über ihre Pläne, die Verfassung zu ändern, über Besteuerung und Grundeigentum und Außenpolitik. Am Ende ergriff Tymoschenko noch einmal das Wort, um etwas anzumerken. Erstens: Sie esse keine kleinen Kinder. Zweitens: Sie handle nicht unlogisch.

Das war ironisch gemeint, aber es sollte bestehende Ängste besänftigen. Seit Julija Tymoschenko in der ukrainischen Politik ist, und das sind mehr als zwei Jahrzehnte, spricht sie im Tonfall einer Revolutionärin, die zum allerletzten, zum heiligen Kampf aufruft. Es ist ein Ton, der vielen Angst macht. Die Ukraine hat derzeit wenig Bedarf an neuen Revolutionen, sie hat ja gerade erst eine hinter sich: Vor genau fünf Jahren wurde Präsident

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 9/2019.
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