Am frühen Morgen des 13. April 1945 ließ die Gestapo 60 Häftlinge aus dem Zuchthaus Lüttringhausen erschießen, viele von ihnen politische Gefangene. Der Krieg war verloren, nun wollten die Nazis die Zeugen ihrer Verbrechen beseitigen.

Auch Kaplan Joseph Cornelius Rossaint sollte damals hingerichtet werden, auch er zählte zu den "Politischen" in Lüttringhausen. Dank der schützenden Hand des Gefängnisdirektors und der tätigen Fürsorge eines christlich gesinnten Oberwachtmeisters überlebte der Kirchenmann jedoch die letzten Kriegswirren in einem Versteck, im Brotschneideraum des Gefängnisses. Wenige Tage nach der Massenhinrichtung wurde Lüttringhausen von amerikanischen Truppen befreit.

Rossaint war im April 1937 in einem Schauprozess vor dem Volksgerichtshof in Berlin "wegen Vorbereitung zum Hochverrat" zu einer Zuchthausstrafe von 11 Jahren verurteilt worden. Die NS-Blätter hatten täglich aus dem Gerichtssaal berichtet und Rossaint sowie die übrigen Angeklagten schon verurteilt, bevor sie

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Geschichte-Ausgabe 2/2019.
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