Am vergangenen Montag schickte mir meine Tochter eine WhatsApp. Es war eine Meldung von SPIEGEL online, sie trug die Überschrift: "Kettcar-, Fahrrad-, Sportgeräte- und Gartenmöbel-Hersteller verkündet endgültiges Aus".

Dazu stellte sie die Frage: "Kann man da nicht jetzt richtig Schnäppchen machen?"

Kettler pleite? Gartenstühle oder eine Tischtennisplatte im Abverkauf, warum nicht? Ich hatte zunächst denselben Reflex.

Doch dann stellte ich fest, dass mich die Meldung aufwühlte. Für mich ist Kettler nicht eines dieser 20.000 Unternehmen, die jedes Jahr in Deutschland Insolvenz anmelden müssen. Für mich steht dieser Betrieb beispielhaft für den Erfindergeist von Familienunternehmen, für deutsche Wertarbeit. Der Untergang gerade dieser Firma ist der Schlussakkord einer Familientragödie, die mich mein Leben lang begleitet hat.

Dabei hatte ich nicht einmal ein Kettcar, anders als viele Hunderttausend Kinder in Deutschland. Dass Generationen von Jungs ihre Kindheit mit dem Bemühen verbracht haben,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 43/2019.
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