19 Staatschefs waren anwesend, als am 3. April 2010 in Dakar das "Monument der afrikanischen Renaissance" enthüllt wurde, das mit Abstand größte Denkmal auf dem Kontinent. "Afrika ist im 21. Jahrhundert angekommen", erklärte Abdoulaye Wade, der damalige Präsident des Senegal, mit weihevollen Worten. Sein Volk war an diesem Tag weniger begeistert, Tausende demonstrierten gegen das kolossale Bauwerk - es hatte umgerechnet rund 23 Millionen Euro Steuergelder verschlungen und sah ziemlich hässlich aus.   

Die 49 Meter hohe Skulptur auf einem Hügel am Atlantikufer stellt eine schwarze Familie dar; Mann, Frau und Kind. Sie schauen allerdings nicht nach Afrika, sondern Richtung Europa, dem Traumziel Zehntausender Senegalesen. Es repräsentiere nicht die Wiedergeburt des Kontinents, sondern den Machismo afrikanischer Autokraten, sagten Kritiker. Konservative Muslime erzürnten vor allem die prallen Schenkel und Brüste der halb nackten Frau.

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!