Marie* hat einen langen blonden Pferdeschwanz und trägt ein blau-weiß gestreiftes Kleid über weißen Wollstrumpfhosen. Mit allem Eifer, den eine Dreieinhalbjährige aufbringen kann, schleppt sie einen Holzhocker aus dem Badezimmer vor das hohe Schuhregal im Flur. Sie klettert hinauf, stellt sich auf die Zehenspitzen, reckt ihren linken Arm in die Höhe und erwischt im zweitobersten Fach ein Paar Herrenturnschuhe. Stolz hält sie diese hoch. "Das sind Papas Schuhe", sagt sie. "Das ist Adidas."

Maries Mutter ist erleichtert, dass ihre Tochter den Arm so problemlos strecken kann. "Damals", sagt sie, "wäre das nicht möglich gewesen."

Am 5. Oktober 2016 schlief Marie mit etwas Fieber auf dem Schoß ihrer Mutter ein. Das Kind war gerade ein Jahr und wenige Monate alt. Als Marie zwei Stunden später aufwachte, war ihr Arm gelähmt.

In Panik fuhr die Mutter ihre Tochter in die nächstgelegene Klinik, das Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult in Hannover. Die Ärzte vermuteten zunächst eine Knochenmarkentzündung

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 5/2019.
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