Einmal hockte der Junge in der Auffahrt vor dem Haus. "Er hatte ein Küchenmesser in der Hand und musste das Moos zwischen den Pflastersteinen herauskratzen", sagt ein Mann, der gegenüber wohnt. "Wir haben uns gewundert, denn es war Winter, und das Kind war barfuß. Ob er Schuhe haben möchte, fragte eine Nachbarin." Nein danke, habe der Junge brav geantwortet, er könne das schon aushalten.

"Das war vor drei oder vier Jahren", sagt der Mann, "danach sah man den Jungen nur noch selten draußen."

Man kennt sich hier in Emsbüren, einer idyllischen Gemeinde im niedersächsischen Emsland. Die rot und beigefarben verklinkerten Häuser haben Carports und hübsche Vorgärten. Die Nachbarn grüßen einander, wenn sie sich auf der Straße begegnen. Das ist der Tatort.

Dass etwas nicht stimmte mit Oscar (*) und seiner Familie, war in der Nachbarschaft bekannt. "Es gab diese Geschichten", sagt der Mann, "dass der Junge eingesperrt war." Manchmal habe er ihn "dort oben" sitzen sehen. Er zeigt auf ein Fenster im ersten

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 44/2018.
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